Die gesundheitsfördernde Wirkung von bedürfnisorientierten Staudenpflanzungen

Die Wirkung des eigenen Gartens als Rückzugsort und Quelle der Entspannung ist kein Geheimnis, einen Erholungsort für Seele und Geist wünschen sich die meisten Menschen, ob auf dem Balkon, im Haus- oder Schrebergarten.
Bei der Umsetzung gelingt es jedoch nicht jedem, diese Ziele zu erreichen, oftmals weil schon im ersten Schritt das eigene Bedürfnis gar nicht genau erforscht, weil es nicht bewusst ist und im weiteren Verlauf die Gestaltung oder Bepflanzung nicht zu einem Ergebnis führt, dass der- oder diejenige sich eigentlich vorgestellt hat.
Hinzu kommt oftmals der Wunsch, etwas individuell Gestaltetes zu präsentieren, um so die eigene Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Geht man davon aus, dass viele psychische Erkrankungen von einem Konflikt zwischen den eigenen Wünschen und den vermeintlichen Ansprüchen und Normen der Gesellschaft, Familie oder dem persönlichen Umfeld ausgehen, wird schnell deutlich, dass auch ein Garten Ausdruck eines solchen Konfliktes werden und somit als Misserfolg gewertet werden kann.
In der praktischen Gartenberatung und -planung steht oft die Frage im Raum, was der Kunde sich eigentlich genau davon verspricht und was er sich vom Garten wünscht. Und genauso oft wird diese Frage mit dem Satz „Ich möchte mehr vom Garten…“ beantwortet. Daraus ist unser Titel und Name entstanden, wir möchten ein „MeervomGarten“ zu den Menschen bringen.

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Bei der Erkenntnisgewinnung über die eigenen Bedürfnisse sind wir angewiesen auf das innere Bewertungssystem der eigenen Wahrnehmung. D.h., bestimmte Wahrnehmungen lösen spezifische Reaktionen und Gefühle aus. Diesen Vorgang machen wir uns in der Beratung oder im Coaching häufig zu Nutze, um mit dem Klienten gemeinsam die Bedürfnisse bewusst und somit anschaubar zu machen. In angewandten Methoden wie z.B. dem Zürcher Ressourcen Modell sind es genau diese Phänomene, mit Hilfe derer der Klient Lösungsstrategien entwickelt und dadurch das eigene Wohlbefinden verbessern kann.
Gelingt es dem Gartenplaner im Beratungsprozess die Bedürfnisse des Kunden zu ergründen, wird oftmals deutlich, dass es gar nicht immer einzelne Pflanzen oder bestimmte Anordnungen dieser sind, sondern bestimmte Gefühle, Erinnerungen oder Sehnsüchte, die der Kunde in der Gestaltung seines Gartens zu erfüllen sucht. Eine Reiseerinnerung oder die Sehnsucht nach Ruhe können dabei genauso eine Rolle spielen wie auch der Wunsch nach Gesellschaft oder sinnstiftender Tätigkeit.

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Studien belegen zudem, …

… dass Menschen, die gärtnern, zufriedener sind und gesundheitlich von der Arbeit im Grünen profitieren. Eine Forschungsgruppe an der Universität Tokio konnte im Jahr 2017 zeigen, dass Gartenarbeit insgesamt mit zahlreichen positiven Effekten verknüpft ist. Sie verbesserte die Stimmung der Teilnehmer, minderte Stress, erhöhte das Bewegungspensum und steigert Lebensqualität.
Sogar Symptome von Depressionen und Angststörungen nahmen durch das Gärtnern ab.
Im 18. Jahrhundert kam zum ersten Mal der Gedanke auf, Gartenarbeit und der Aufenthalt in der Natur könnten vor allem der psychischen Gesundheit guttun.
Psychiatrien verfügten damals zunehmend über über Gärten und Gewächshäuser. Ärzte beobachteten, dass Patienten, die ihren Klinikaufenthalt mit Gartenarbeit selbst finanzieren mussten, schneller gesundeten. Seit den 1980er Jahren gewinneng gartentherapeutische Ansätze an Bedeutung. In Ländern wir Australien, den Niederlanden und den USA werden sie in der Psychotherapie, Geriatrie und Ergotherapie genutzt.
2018 konnte eine Forschergruppe um Ulrika Karlsson Stigsdotter von der Universität Kopenhagen zeigen, dass Menschen mit Belastungsstörungen auf eine naturbasierte Therapie (nature-based therapy NBT) ähnlich gut ansprechen wie auf eine klassische kognitive Verhaltenstherapie. In Deutschland ist eine solche Therapie bisher kein anerkanntes Therapieverfahren, allerdings findet therapeutisches Gärtnern hierzulande auch im Rahmen von Klinikaufenthalten und Rehaprogrammen anwendung. (Spektrum Psychologie 04.21. „Mensch und Natur – Gärtnern für die Psyche“)
In ihrem Buch „The well gardened mind“ schreibt die Psychaterin und Psychotherapeutin Sue Stuart-Smith: ein Garten bietet einen geschützten Ort, der sowohl den mentalen Raum vergrößert als auch Ruhe bietet, die eigenen Gedanken zu hören. Der Poet William Wordsworth glaubte fest daran, dass eine Beziehung zur Natur, wie die eines Gärtners zu seinem Garten, den Horizont auf natürliche und gesunde Weise erweitert. („The well gardened mind“ – Sue Stuart-Smith)

Nun hat nicht jeder einen großen Garten oder ein passendes Budget für eine umfängliche Beratung, daher wollten wir diese bedürfnisorientierte Gartenplanung auch vielen anderen Interessierten zugänglich machen, und zwar in Form von Staudenthemenpaketen.

Die Themenpakete eignen sich auch für kleine Flächen oder den Balkon und machen es möglich, auch in diesem Rahmen bedürfnisorientiert zu gärtnern.

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